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"Kollaps im Gesundheitswesen" - Sächsische Ärztekammer ruft Alarmstufe rot aus
Dresden. Die Sächsische Landesärztekammer hat die Alarmstufe rot ausgerufen und vor einem Kollaps des deutschen Gesundheitswesens gewarnt. In der gesetzlichen Krankenversicherung baut sich das größte Defizit der Geschichte auf, wenn bis zur Sommerpause nichts geschieht. Einige sprechen sogar von einem Systemkollaps und auch einer Insolvenz von Krankenkassen, sagte Sachsens Ärztekammer-Präsident Jan Schulze am Freitag anlässlich seiner Eröffnungsrede zum 20. Sächsischen Ärztetag in Dresden.
Den Einsparungsplänen der Bundesregierung steht Schulze kritisch gegenüber, vor der Zielstrebigkeit von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat er aber Hochachtung. Dass sich ein Gesundheitsminister zum Beispiel gegen die Pharmar-Riesen stellt, das gab es in Deutschland lange nicht.
Zugleich warnte er vor dem wachsenden Bürokratisierungszwang durch neue gesetzliche Regelungen. Zudem könne das gegenwärtige Finanzdefizit in der gesetzlichen Krankenversicherung zu versteckten Rationierungen führen. Die Kammerversammlung besteht aus 101 Mitgliedern. Das Parlament der Ärzte kommt zweimal im Jahr in Dresden zusammen.
Für das Problem Ärztemangel sieht Schulze die Ärztekammer des Freistaats gut aufgestellt. Er sei davon überzeugt, dass Sachsen durch die frühzeitige Entwicklung von Maßnahmen den Engpass habe abmildern können und so bundesweit eine Vorreiterrolle einnehme.
dpa
© Döbelner Allgemeine Zeitung Online, 31.08.2010, 23:10 Uhr
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