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Gefangener wird in JVA bei Magdeburg misshandelt und muss notoperiert werden

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  • Drei Häftlinge sollen im Gefängnis in Burg (Jerichower Land) einen anderen Insassen mehrere Wochen lang misshandelt und gequält haben.  (Symbolbild)
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    Drei Häftlinge sollen im Gefängnis in Burg (Jerichower Land) einen anderen Insassen mehrere Wochen lang misshandelt und gequält haben. (Symbolbild)
Burg/Magdeburg. Schwere Attacken und Quälereien hinter Gittern: Drei Häftlinge sollen im Gefängnis in Burg (Jerichower Land) einen anderen Insassen über lange Zeit misshandelt und schwer verletzt haben. Ein Sprecher des Magdeburger Justizministeriums sagte am Samstag, bei einem 25-Jährigen seien unter anderem Hämatome sowie Verletzungen am Unterleib festgestellt worden. Er bestätigte damit einen Bericht der „Magdeburger Volksstimme“ vom selben Tag.

Der Mann soll von seinem 26 Jahre alten Zellengenossen und zwei anderen Häftlingen gequält worden sein. Er musste notoperiert werden und werde derzeit medizinisch betreut. Den Hinweis auf die Taten habe ein weiterer Mitgefangener gegeben. „Nachdem der Justizbeamte den Tipp bekommen hatte, wurde dem sofort nachgegangen“, sagte der Sprecher. So habe das Opfer zunächst angegeben, sich die Hämatome selbst zugefügt zu haben - offenbar aus Angst vor seinen Peinigern.

Warum lange niemand etwas von den Repressalien mitbekommen hat, müssten nun die Ermittlungen klären, hieß es. Das Opfer sitzt eine Haftstrafe wegen schweren Diebstahls und Raubes ab, der mutmaßliche Haupttäter wurde unter anderem wegen schwerer räuberischer Erpressung verurteilt.

Beide Männer haben nach Ministeriumsangaben gemeinsam eine Zelle in dem im Mai 2009 eröffneten Gefängnis bewohnt. „Das war ihr ausdrücklicher Wunsch“, sagte der Sprecher. Normalerweise habe jeder Insasse eine Einzelzelle. „Das Miteinander ging eine Weile gut, aber dann sind die Auseinandersetzungen auch wegen des sozialen Gefüges irgendwann eskaliert.“ Angaben, wie lange der 25-Jährige die Misshandlungen über sich ergehen lassen musste und welche konkreten Verletzungen er erlitten hat, machte der Sprecher mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. Es wurde Strafanzeige gestellt.

Im Gefängnis in Burg sitzen nach den Angaben des Ministeriums aktuell 530 Gefangene ein, darunter auch Sicherungsverwahrte. Die Einrichtung gilt als eine der modernsten in Europa. Private Investoren bauten das Gefängnis für 100 Millionen Euro und betreiben es teils auch.

Im Sommer 2010 - etwas mehr als ein Jahr nach dem Einzug der ersten Häftlinge - protestierten diese mit einem Hungerstreik gegen die Haftbedingungen. Die Insassen beschwerten sich außerdem, dass sie keine eigenen Fernseher benutzen und auf dem Freigelände keine private Kleidung tragen dürfen. Das Ministerium hat den Forderungen damals nicht nachgegeben, der Hungerstreik wurde abgebrochen. Für Aufsehen sorgte auch, dass etwa ein Jahr nach der Eröffnung Grundwasser in das neue Gebäude eingedrungen war.

© Döbelner-Allgemeine-Online, 28.01.2012, 11:50 Uhr
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