Nachrichten > So viele Touristen wie nie in Dresden - Hoteliers sind trotzdem nicht zufrieden
Canonical URL

Reise & Tourismus

So viele Touristen wie nie in Dresden - Hoteliers sind trotzdem nicht zufrieden

Katrin Tominski

  • Der Elbdampfer
    Foto: dpa
    Der Elbdampfer "Leipzig" liegt vor der Kulisse der Dresdner Altstadt vor Anker.
Dresden. Dresdens Rekorde reißen nicht ab. Im vergangenen Jahr besuchten so viele Menschen wie noch nie zuvor die Landeshauptstadt. Vermeldeten die Touristiker bereits für das Jahr 2010 einen Rekord von 3,5 Millionen Übernachtungen, konnten sie diese Erfolgsmeldung in der diesjährigen Jahresbilanz wieder übertrumpfen.

Wie viele Menschen haben im vergangenen Jahr Dresden besucht?

Knapp 1,8 Millionen Menschen besuchten im vergangenen Jahr die sächsische Landeshauptstadt. Damit ist Dresden die meistbesuchteste ostdeutsche Stadt. Das gab der amtierende Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) gestern bekannt. Nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1992 seien so viele Touristen für so viele Übernachtungen nach Dresden gereist. Knapp 3,8 Millionen Nächte verbrachten Touristen in Dresden im Jahr 2011.



Wie positioniert sich Dresden auf dem deutschen Markt?

Im deutschlandweiten Vergleich hält Dresden mit einem Übernachtung-Zuwachs von 7,6 Prozent den 7. Platz des Vorjahres. Vor ihr liegen nur noch Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Hamburg, München und Spitzenreiter Berlin (knapp 26 Millionen Übernachtungen).

Wie viele Gäste kamen aus dem Ausland?

Besonders ausländische Besucher ließen die Tourismusbilanz nach oben schnellen. Über 303.000 internationale Touristen verbrachten knapp 680.000 Nächte in der Elbestadt. Mit einem Anteil von 17,8 Prozent an ausländischen Übernachtungen liegt Dresden sowohl über dem sächsischen Durchschnitt (9,3 Prozent) als auch über dem gesamtdeutschen Durchschnitt (16,2 Prozent). Die meisten Gäste kamen aus den USA, der Schweiz und Österreich. Das größte Wachstums verzeichnete Japan mit einem Plus von 16 Prozent.

Wo liegen die Gründe für den Erfolg?

Dresden bewegt sich im internationalen Trend. Der Tourismus verbuchte 2011 weltweit Rekordzahlen. Städtereisen sind international im Kommen. Förderlich ist auch das bessere deutsche Image. Zudem bleibt das eigene Land Reiseziel Nummer eins für die Deutschen. Attraktive Anlässe wie der Kirchentag, die Frauenfußball WM, und die Musikfestspiele haben sich positiv ausgewirkt.

Wo gibt es noch Entwicklungspotenzial?

„Dresden ist noch nicht so bekannt wie internationale Metropolen", sagte Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Dresden Marketing GmbH. Es müsse noch weiter Basisarbeit betrieben werde, ehe Dresden auch weltweit oben mitspielen kann. Viel Potenzial gebe es noch im Dezember. „Der Dresdner Winter ist noch nicht ausgereizt", sagte Bunge. Im Monatsvergleich liegt der Dezember an fünfter Stelle. Die meisten Touristen kamen im August - mit knapp 400.000 Übernachtungen war er der stärkste Monat in der Geschichte Dresdens. Die wenigsten Touristen kamen im Januar.

Sind die Hoteliers zufrieden?

Nein. „Viele Hotels stehen unter einem zunehmenden Konkurrenzdruck durch neue preiswerte Hotels in der Innenstadt", sagte Wolfgang Held, Chef des Kempinski und Sprecher der Hoteliers. Die zunehmende Anzahl von Hotels sorgten in manchen Häusern sogar für rückläufige Zahlen. Zwar hätte auch das Kempinski das zweitbeste Jahresergebnis seit seiner Gründung erreicht. Trotzdem sieht Held die Entwicklung skeptisch. „Ein Billig-Image könnte Dresden schaden." In den vergangenen fünf Jahren sind die Kapazitäten um 5000 auf knapp 21.000 Betten gestiegen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.02.2012.

© Döbelner-Allgemeine-Online, 22.02.2012, 16:43 Uhr
Canonical URL
Social Bookmarks:

Suche

weitere Meldungen

Weitere Videos

Weitere Fotos

Oops die Fehlerbox

Ihre Meinung ist uns wichtig

Sollten Sie einen Fehler gefunden oder eine Anmerkung für uns haben, sind wir dankbar für alle Hinweise. Schicken Sie uns eine E-Mail an:

desk@lvz-online.de

Linkempfehlungen