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Ökostrom belastet mitteldeutsches Stromnetz - Windräder und Solaranlagen immer öfter abgeschaltet

Frank Johannsen

  • Genug andere Kraftwerke: Die Linke-Fraktion hält den Atomausstieg bis 2014 für machbar. (Symbolfoto)
    Foto: dpa
    Genug andere Kraftwerke: Die Linke-Fraktion hält den Atomausstieg bis 2014 für machbar. (Symbolfoto)
Leipzig/Halle. Die Stromnetze in Mitteldeutschland bekommen immer größere Probleme mit der rasant steigenden Einspeisung von Wind- und Solarstrom. Immer öfter müsse daher die Schaltwarte in Taucha bei Leipzig gezielt Windräder und Solaranlagen per Funk drosseln oder sogar ganz abschalten, warnte am Mittwoch der für Westsachsen, Ostthüringen und Teile Sachsen-Anhalts und Brandenburgs zuständige Netzbetreiber Mitnetz Strom. Im vergangenen Jahr habe man dreimal so oft eingreifen müssen, wie noch 2010. 50 Mal wurden Anlagen per Funk gedrosselt.

Rund sechs Millionen Kilowattstunden Ökostrom seien dadurch verloren gegangen – mehr als 20 Mal so viel wie 2010, rechnete das Unternehmen vor. Das komme auch den Stromkunden teuer zu stehen. Denn weil Strom aus erneuerbaren Energien laut Gesetz Vorrang hat, erhalten die Betreiber von Wind- und Solarparks für jede wegen eines Netzengpasses nicht abgenommene Kilowattstunde eine Entschädigung.

„Der Ausbau unseres Stromnetzes hält trotz intensiver Anstrengungen und großer Investitionen mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien nicht Schritt“, warnte der technische Geschäftsführer von Mitnetz Strom, Adolf Schweer. Schuld seien vor allem die langen Planungs- und Genehmigungsverfahren. „Deshalb bleibt uns im Ernstfall leider keine andere Wahl, als die Anlagen zu drosseln, um die Versorgungssicherheit nicht zu gefährden.“  Nur so lasse sich eine Überlastung des Stromnetzes vermeiden.

Die größten Probleme habe es dabei in Landkreisen Wittenberg und Elbe-Elster gegeben, wo besonders viele Windräder stehen. Das Problem: Weht viel Wind, kann das Stromnetz den zusätzlichen Strom nicht aufnehmen. Mitnetz Strom mit Sitz in Halle ist eine 100-prozentige Tochter von EnviaM und betreut das Stromnetz des Regionalversorgers in den früheren Bezirken Leipzig, Halle, Chemnitz und Cottbus. Das Unternehmen war erst zum Jahreswechsel umbenannt worden. Bis dahin hieß es Envia Netz.

© Döbelner-Allgemeine-Online, 22.02.2012, 20:11 Uhr
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